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Meditation gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

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Auswirkungen von Meditation auf die kardiovaskuläre Gesundheit

Meditation scheint laut einer aktuellen Studie zu einem reduzierten kardiovaskulären Risiko beizutragen. Die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist damit ein weiterer belegbarer positiver Gesundheitseffekt der Meditation. In früheren Studien wurde Meditation bereits mit positiven Auswirkungen bei verschiedenen weiteren Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Bei der aktuellen Untersuchung unter Beteiligung des Baylor College of Medicine, der Icahn School of Medicine at Mount Sinai und der Mayo Clinic wurde festgestellt, dass Menschen durch Meditation ihr kardiovaskuläres Risiko senken können. Die Ergebnisse wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „American Journal of Cardiology“ publiziert.

Woher stammten die Daten für die Studie?

Anhand der Auswertung einer großen nationalen Datenbank wurde in der neuen Studie untersucht, wie sich Meditation auf das kardiovaskuläre Risiko auswirkt. Die Forschenden analysierten dafür die Daten aus einer nationalen Gesundheitsbefragung, die jährlich vom National Center for Health Statistics durchgeführt wird.

Mehr als 61.000 Menschen wurden befragt

Die Daten von mehr als 61.000 Teilnehmenden der Umfrage wurden von den Forschenden ausgewertet. Fast 6.000 (knapp zehn Prozent) der teilnehmenden Personen gaben dabei an, irgendeine Form von Meditation durchgeführt zu haben.

Positive Auswirkungen von Meditation

Frühere Studien haben bereits angedeutet, dass Meditation bei einer Reihe von Erkrankungen positive Auswirkungen haben kann. Eine wissenschaftliche Untersuchung der American Heart Association aus dem Jahr 2017 legte nahe, dass Meditation auch zur Senkung des kardiovaskulären Risikos von Nutzen sein könnte. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass Meditation einen positiven Einfluss auf Blutdruck, Cholesterinspiegel, Raucherentwöhnung und die allgemeine kardiovaskuläre Gesundheit haben kann.

Vorteile in Verbindung mit Meditation

Die Forschenden fanden bei der aktuellen Untersuchung heraus, dass meditierende Menschen seltener hohe Cholesterinspiegel, Bluthochdruck, Diabetes, einen Schlaganfall oder eine koronare Herzkrankheit aufwiesen, verglichen mit Personen, welche nicht meditierten.

Der größte Unterschied zwischen meditierenden und nicht meditierenden Menschen bestand bei der koronaren Herzkrankheit. Meditierende Teilnehmende hatten einen 51 Prozent geringeres Risiko eine koronare Herzkrankheit zu entwickeln, verglichen mit nicht meditierenden Menschen.

In der Gruppe der meditierenden Personen verringerte sich auch die Wahrscheinlichkeit für einen hohen Cholesterinspiegel, Diabetes, einen Schlaganfall und Bluthochdruck, verglichen mit den Teilnehmenden aus der nicht meditierenden Gruppe.

Wirkung von Meditation blieb signifikant

Das Team kontrollierte zudem verschiedene andere Faktoren im Zusammenhang mit dem kardiovaskulären Risiko, wie beispielsweise Alter, Geschlecht, Rauchen und den Body-Mass-Index (BMI). Aber auch nach der Berücksichtigung dieser Faktoren war die Wirkung der Meditation immer noch signifikant, berichten die Forschenden

Meditation hilft bei Entspannung und Stressabbau

Es gibt viele verschiedene Arten der Meditation. Die meisten konzentrieren sich auf Aufmerksamkeit und Bewusstsein. Es ist bekannt, dass diese Formen der Meditation die körperliche und geistige Entspannung erhöhen. Die Forschenden erläutern, dass Meditation Menschen ein Gefühl der Ruhe, des Friedens und des Stressabbaus vermitteln kann, was zu einer Verbesserung unseres emotionalen Wohlbefindens beiträgt.

Auswirkungen von Meditation auf das Gehirn

Die Ausübung von Meditation wurde mit verringertem Stress, größerer Achtsamkeit und verbesserter psychischer Gesundheit in Verbindung gebracht. Meditation kann laut Aussage der Forschungsgruppe sogar zu langfristigen funktionellen und anatomischen Veränderungen im Gehirn führen. Weitere Vorteile von Meditation sind, dass sie einfach durchzuführen und kostengünstig ist.

Schwächen der Studie

Bei der Studie wurde leider nicht erfasst, welche Art von Meditation die Teilnehmenden nutzten. Einige Arten der Meditation könnten einen größeren kardiovaskulären Nutzen bieten, berichten die Forschenden. Außerdem wurde bei der Umfrage auch nicht die Dauer oder Intensität der Meditation ermittelt. Möglicherweise führt eine längere Meditation zu größeren Vorteilen.

Fangen gesunde Menschen häufiger mit dem Meditieren an?

Die Forschenden sind nicht in der Lage definitiv zu bestimmen, ob Meditation das kardiovaskuläre Risiko direkt reduziert. Es ist durchaus möglich, das Menschen, die generell eine etwas bessere kardiovaskulären Gesundheit aufweisen, häufiger mit dem Meditieren beginnen, als es bei Personen mit schlechter kardiovaskulärer Gesundheit der Fall ist.

Negative Auswirkungen von Alkoholkonsum

Es gibt verschiedene Aktivitäten, welche den Zusammenhang zwischen Meditation und kardiovaskulärer Gesundheit verschleiern können. Die Forschenden stellten zum Beispiel fest, dass die Berücksichtigung von Alkoholkonsum und körperlicher Aktivität die Bedeutung der Beziehung zwischen Meditation und kardiovaskulärem Risiko verringert.

Weitere Forschung ist nötig

Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren kommt das Forschungsteam schließlich zu dem Schluss, dass Meditation wahrscheinlich mit einer geringeren Prävalenz des kardiovaskulären Risikos verbunden ist. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Meditation die kardiovaskuläre Gesundheit verbessern kann, doch seien aussagekräftigere Untersuchungen (beispielsweise eine klinische Studie) erforderlich, um die positiven Auswirkungen der Meditation auf die kardiovaskuläre Gesundheit eindeutig zu bestätigen. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen:

  • Zhen Wang, Bharat Narasimhan, Hani Jneid, Salim S. Virani, Glenn N Levine et al.: Meditation and Cardiovascular Health in the US, in American Journal of Cardiology (veröffentlicht 30.06.2020), American Journal of Cardiology


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