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Afrikanische Schweinepest: Nur noch 20 Kilometer von deutscher Grenze entfernt

Afrikanische Schweinepest: Nur noch 20 Kilometer von deutscher Grenze entfernt


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Weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest: Schon bald auch in Deutschland?

Im Westen Polens wurden vor wenigen Tagen weitere Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) amtlich bestätigt. Manche dieser Fälle waren nur noch rund 20 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die Erkrankung rückte in den vergangenen Monaten immer näher.

Laut einer Mitteilung des VerbraucherService Bayern hat Polen am 30. und 31.12.2019 acht Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in West-Polen amtlich bestätigt. Zwei dieser acht Fälle sind nur noch 32 Kilometer von der Grenze zu Brandenburg beziehungsweise 21 km zur Grenze zu Sachsen entfernt. Darauf hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz hingewiesen.

Jüngste Nachweise werden mit großer Sorge betrachtet

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Virusinfektion, die ursprünglich in Afrika beheimatet ist, doch seit 2014 auch in verschiedenen Ländern der EU auftritt. So wurde der Erreger 2018 in Belgien gefunden. Andere Fundorte waren unter anderem in Litauen, Polen sowie Tschechien.

Hierzulande wurde zwar noch kein Krankheitsfall bekannt, doch in den vergangenen Monaten rückte die ASP immer näher an die deutsche Grenze heran.

„Die jüngsten Nachweise der Afrikanischen Schweinepest relativ nahe der Grenze zu Deutschland betrachten wir mit großer Sorge“, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Uwe Feiler, in einer Mitteilung.

„Bisher konnte durch die gemeinsamen Anstrengungen von Bund und Ländern eine Einschleppung des Virus nach Deutschland verhindert werden. Wir dürfen hier nicht nachlassen“, mahnt Feiler.

Kein Fleisch und keine Wurstbrote aus Osteuropa mitbringen

Wie das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz auf seiner Webseite erklärt, erfolgt die Übertragung und Weiterverbreitung der ASP entweder direkt von Tier zu Tier, insbesondere Blut ist sehr ansteckend, oder indirekt zum Beispiel über kontaminierte Gegenstände. Vor allem Speiseabfälle aus nicht gegarten Schweineprodukten (beispielsweise Salami, Schinken) stellen eine mögliche Infektionsquelle dar.

Laut den Fachleuten ist das Virus der ASP außerordentlich widerstandsfähig. Nicht nur frisches, sondern auch gefrorenes, gepökeltes und geräuchertes Fleisch sowie Wurstwaren können für Haus- und Wildschweine über lange Zeit infektiös sein.

Die größte Gefahr geht jedoch von einer unsachgemäßen Entsorgung von Speiseabfällen aus.
Reisende sollten deshalb in jedem Fall dafür sorgen, dass Essensreste nur in fest verschlossenen Müllbehältern entsorgt werden.

„Wer vorbeugenden Tierschutz betreiben möchte, sollte kein Fleisch und keine Wurstbrote aus Osteuropa mitbringen, oder unterwegs wegwerfen“, sagt auch Gisela Horlemann, Ökotrophologin beim VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB).

Keine Gefahr für den Menschen

„Die Schweinepest ist für den Menschen nicht bedrohlich, aber die Tiere können sich anstecken, bekommen hohes Fieber und sterben oder müssen getötet werden. „Gekeult“ wie es amtlich heißt“, erklärt Horlemann. Betroffen sind vor allem Haus- und Wildschweine.

Doch auch wenn der Erreger für den Menschen keine Gefahr darstellt, sollte Haus- und Wildschweinfleisch, wie jedes andere rohe Fleisch, stets hygienisch zubereitet werden, da es auch andere Erreger enthalten kann.

Laut Fachleuten sollte es gekühlt aufbewahrt und vor dem Garen getrennt von anderen Lebensmitteln zubereitet werden. Beim Erhitzen sollte im Inneren des Fleischstücks eine Temperatur von 70 Grad oder höher für mindestens zwei Minuten erreicht werden. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.



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