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Risiko tödlicher Schwangerschaftskomplikationen einfach bestimmen

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Schwere Schwangerschaftskomplikationen künftig vorhersagbar?

Im Verlauf einer Schwangerschaft können zahlreiche Komplikationen auftreten. Die sogenannte Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) zählt dabei zu den schwersten Bedrohungen für Mutter und Kind. Mit einem neuen Test soll das Risiko einer Schwangerschaftsvergiftung nun relativ einfach vorhersagbar sein, so dass frühzeitig entsprechenden Gegenmaßnahmen ergriffen werden können.

Ein australisches Forschungsteam der Edith Cowan University (ECU) in Perth hat einen neuen Test entwickelt, mit dem das Risiko einer Präeklampsie einfach und relativ genau vorhergesagt werden kann. „Weltweit sterben jährlich 76.000 Mütter und rund eine halbe Millionen ungeborene Kinder infolge einer Schwangerschaftsvergiftung“, diese Zahlen können mit dem neuen Test deutlich reduziert werden, berichten die Forschenden. Veröffentlicht wurden ihre Studienergebnisse in dem Fachmagazin „EPMA Journal“.

Risiko der Präeklampsie per Test bestimmen

Wird eine Schwangerschaftsvergiftung frühzeitig erkannt, bestehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Doch ist die Präeklampsie in Entwicklungsländern bis heute eine der häufigsten Todesursachen für Mütter und Babys. „In Ghana ist sie für 18 Prozent der Müttersterblichkeit verantwortlich“, berichtet Enoch Anto, einer der Studienautoren. Die Forschenden entwickelten daher ein einfaches Testverfahren, mit dessen Hilfe sich das Risiko einer Schwangerschaftsvergiftung schnell und kostengünstig bestimmen lässt.

Fragebogen erfasste die allgemeine Gesundheit

Anhand von 593 schwangeren ghanaischen Frauen untersuchten die Forschenden die Genauigkeit ihres Tests. Die Frauen füllten zunächst einen Fragebogen aus, den Professor Wei Wang von der ECU bereits vor einigen Jahren entwickelt hat. In dem Fragebogen wurden Faktoren wie Müdigkeit, die Herzgesundheit, Verdauung, die Immunabwehr und die psychische Gesundheit berücksichtigt und am Ende ergibt sich ein Punktewert, der zur Vorhersage chronischer Krankheiten genutzt werden kann.

Kombination mit Bluttests

„61 Prozent der Frauen, die auf dem Fragebogen hohe Punktzahlen erzielten, entwickelten eine Präeklampsie, verglichen mit nur 17 Prozent der Frauen, die eine niedrige Punktzahl aufwiesen“, berichtet das Forschungsteam. Wurden die Ergebnisse des Fragebogens mit Bluttests kombiniert, die den Kalzium- und Magnesiumspiegel der Frauen ermittelten, konnten die Forschenden in fast 80 Prozent der Fälle die Entwicklung einer Präeklampsie korrekt vorhersagen.

Frühwarnung könnte viele Leben retten

„Sowohl die Bluttests auf Magnesium und Kalzium als auch der Fragebogen sind preiswerte Methoden, was sie ideal für den Einsatz in Entwicklungsländern macht, in denen die Präeklampsie das größte Leiden verursacht“; betont Anto. Eine Frühwarnung könnte tausende Menschenleben retten, denn mit Medikamenten zur Blutdrucksenkung könne der Schwangerschaftsvergiftung entgegengewirkt werden. Und helfen diese nicht, bleibt immer noch eine frühzeitige Entbindung (ggf. mittels Kaiserschnitt) als letzte Option, um das Leben von Mutter und Kind zu retten. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Dipl. Geogr. Fabian Peters

Quellen:

  • Edith Cowan University (ECU): Simple test predicts dangerous pregnancy disorder (veröffentlicht 22.10.2019), eurekalert.org
  • Enoch Odame Anto, Peter Roberts, David Coall, Cornelius Archer Turpin, Eric Adua, Youxin Wang, Wei Wang: Integration of suboptimal health status evaluation as a criterion for prediction of preeclampsia is strongly recommended for healthcare management in pregnancy: a prospective cohort study in a Ghanaian population; in EPMA Journal, Volume 10, Issue 3, Seite 211–226, September 2019, springer.com/



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